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Ehemaliger Schüler stellt Tätigkeitsfeld des Heilerziehungspflegers vor

Jörg Albrecht ist als Heilerziehungspfleger in der Anlage für Intensiv betreutes Wohnen des Vereins Lebenshilfe Naumburg in der Wenzelsgasse tätig.

In der Naumburger Innenstadt befindet sich das Haus Wenzelsgasse 7/8, in dem Menschen mit geistiger Behinderung ein neues Zuhause gefunden haben.

Erschienen 20.02.2020, Naumburger Tageblatt Bilder: Biel)

VON ALBRECHT GÜNTHER

NAUMBURG „2019 war für uns das letzte große Wohnjahr“, sagt Marco Henschler. Neun neue Wohnplätze wurden geschaffen, drei weitere vorbereitet. Der Verein Lebenshilfe Naumburg habe damit einen weiteren wichtigen Schritt zur Unterbringung und Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung bewältigt, berichtet der Fachbereichsleiter Erwachsene. Insgesamt 65 Wohnplätze stehen damit zur Verfügung, so in Naumburg in der Franz-Ludwig-Rasch-Straße und in der Fischstraße.

Im Neubau in der Wenzelsgasse 7/8 haben indes acht Bewohner ein neues Zuhause gefunden. „Die Bewohner sind hier gut in das Stadtleben integriert, können selbstständig einkaufen oder Kulturveranstaltungen besuchen; auch Arztbesuche gestalten sich somit wesentlich einfacher“, lobt Henschler die vor einigen Jahren getroffene Entscheidung, die Wohnstätte direkt neben dem Architektur- und Umwelthaus zu errichten. Vier Frauen und vier Männer im Alter von 17 bis 43 Jahren werden in ihr betreut. Sie arbeiten in Osterfeld, Schelkau und Naumburg. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, die Küche wird gemeinsam genutzt. Dort aber, so weiß Jörg Albrecht, wird nicht nur gekocht. Denn der funktional, aber gemütlich eingerichtete Raum ist vor allem Kommunikationszone.

Albrecht ist im Haus Wenzelsgasse 7/8 als Heilerziehungspfleger tätig, wird dort doch vom Lebenshilfe-Verein Intensiv betreutes Wohnen stationär angeboten. „Das bedeutet, dass ein Mensch mit einer Behinderung so selbstständig wie möglich leben kann und dass ihm so viel Unterstützung und Schutz zu Teil wird, wie er für sich braucht“, erläutert Marco Henschler. Richtungsweisend seien dabei die Persönlichkeit und die Bedürfnisse des jeweiligen Bewohners, um für ihn die bestmögliche Lebensqualität zu sichern.

„Vertrauen aufzubauen und es auch täglich wieder zu festigen, damit jeder Bewohner eigene Entscheidungen treffen kann, ist das Wichtigste in meiner Tätigkeit“, schildert Jörg Albrecht. Dabei ist der 32-Jährige, der aus Braunsbedra stammt, jedoch seit 2010 in Naumburg wohnt, erst über einen Umweg in den sozialen Bereich gelangt. Ursprünglich hatte er Automobilkaufmann gelernt, absolvierte dann jedoch seinen Zivildienst in einer Förderschule in Merseburg. „Das war für mich der entscheidende Anstoß, in dieser Richtung eine Ausbildung zu absolvieren“, erinnert sich Jörg Albrecht.

In der Medizinischen Berufs-Akademie Naumburg fand er dafür einen profunden Partner. 2009 bis 2011 absolvierte er dort zunächst eine Ausbildung zum Sozialassistenten, bis 2013 eine weitere zum Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger. Nebenbei arbeitete Albrecht während dieser Zeit bereits für die Lebenshilfe, hatte damit die beste Praxis. So war es nicht verwunderlich, dass er nach dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss auch für den Verein tätig wurde. Dort werden er und seine Arbeit er, wie Marco Henschler bestätigt, sehr geschätzt.

Bereut hat Albrecht seinen Berufswechsel zu keiner Sekunde: „Diese Arbeit ist unglaublich erfüllend, obwohl jeder Tag anders ist. Und es ist schön zu sehen, wenn die Bewohner eigene Entscheidungen treffen.“

Marco Henschler

Fachbereichsleiter Erwachsene

Jörg Albrecht

Heilerziehungspfleger

Ausbildung in Medizinischer Berufs-Akademie

Angeboten wird die Ausbildung zum Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger unter anderem in der Medizinischen Berufs-Akademie Naumburg GmbH (MBA). Die Bildungsstätte wird sich am Sonnabend, 29. Februar, von 10 bis 14 Uhr in ihren Räumen in der Bahnhofstraße 40 in Naumburg vorstellen. Außerdem gibt es Informationen zu den einzelnen Fachrichtungen. So wird am 1. September eine zweijährige Ausbildung zum Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger beginnen, die ein Praktikum beinhaltet. Bewerbungen dafür sind noch möglich, teilt die MBA mit. Voraussetzung sind der Realschulabschluss oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss sowie ein erweitertes Führungszeugnis. Außerdem gibt es weitere Zugangskriterien, die sich auf die vorherige Tätigkeit oder Ausbildung beziehen.

Heilerziehungspfleger sind Fachkräfte, die mit der Begleitung, Betreuung und Erziehung von Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohter Menschen aller Altersgruppen betraut sind. „Durch pädagogische, pflegerische und lebenspraktische Tätigkeiten und Hilfen unterstützen sie die Klienten in ihrer möglichst selbstständigen und selbstbestimmten Lebensführung“, heißt es dazu in einer von der MBA veröffentlichten Mitteilung.

In Abhängigkeit und dem Grad der Behinderung planen Heilerziehungspfleger sinnvolle Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung und setzen diese im eigenen Handeln um. Dabei fördern sie die individuellen Kompetenzen der Klienten und unterstützen sie damit in ihrer persönlichen Entwicklung.

Zudem gehören auch organisatorische und verwaltungstechnische Tätigkeiten zum Berufsbild eines Heilerziehungspflegers. Dazu zählen zum Beispiel die Mitwirkung beim Erstellen von entsprechenden Förderplänen, die Beratung von Angehörigen sowie die Organisation von Tagesabläufen und Freizeitprogrammen in den jeweiligen Einrichtungen.

Unsere Bildungsberaterinnen beantworten Ihre Fragen rund um Aus- und Weiterbildung an der MBA.